
Schüchtern und unscheinbar reckt sich der schlanke Stamm in Richtung der spärlichen Sonnenstrahlen. Mitte März ist er inmitten des Herbstlaubs kaum auszumachen, fehlt ihm doch noch jegliches Grün. Bei genauem Blick sind in seiner Nachbarschaft aber etliche junge Bäumchen zu entdecken, die ihrem ersten Frühling in Deitmars Brook in Emsdetten entgegensehen.
Noch ist das neue Waldstück zwar nur zu erahnen, aber meist schafft es die Natur ja zum Glück schnell, ihre angestammte Heimat zurückzuerobern. Denn im Brook war das passiert, was vielerorts Wälder sterben ließ und lässt: Trockenheit und Hitze hatten den Fichten zwischen 2018 und 2022 dermaßen zugesetzt, dass sie dem Befall des Borkenkäfers und mehreren Stürmen nicht mehr standhalten konnten. Auf einer Fläche von rund zehntausend Quadratmetern starben die Bäume ab, die dort 40 Jahre zuvor gepflanzt worden waren …
„Wir wollten den Brook an dieser Stelle wieder beleben und einen nachhaltigen Beitrag zum Naturschutz leisten. Vor allem war es uns wichtig, ein Projekt im Münsterland, vor unserer Haustür umzusetzen“, sagt Heike Schürkötter. Die Geschäftsführerin der Salvus Mineralbrunnen GmbH blickt von der noch unscheinbaren Fläche, die von einem 400 Meter langen Zaun vor Wildschäden geschützt wird, in Richtung Waldweg. „Der Brookweg führt bis in die Stadt. Er wird sehr viel von Spaziergängern genutzt und unsere Emsdettener Laufgemeinschaft ist hier oft unterwegs.“
Während wir uns unterhalten, hämmert ein Buntspecht inbrünstig auf einen Baumstamm ein. Radfahrerinnen kommen vorbei. In einigen Jahren wird ein widerstandsfähiger, klimastabiler Mischwald den Weg beschatten. Im Dezember pflanzte das Regionalforstamt Münsterland (Wald und Holz NRW) in Absprache mit der Eigentümerfamilie Spaning 2500 Bäume. Die Kosten übernahm Salvus.
Nach EU-Vorgaben ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) seit 2024 Pflicht für Unternehmen, die darin ihre Bemühungen um Nachhaltigkeit belegen müssen. Es gibt Agenturen, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert haben. Sie investieren Kompensationszahlungen im Namen der Firmen beispielsweise in Naturschutzprojekte vornehmlich im Ausland. Heike Schürkötter entschied sich jedoch dafür, ihr Projekt persönlich begleiten zu können. Sie möchte das Wachstum des heimischen Waldstücks mit eigenen Augen verfolgen und sich an der Langlebigkeit der Pflanzung erfreuen. Also kam eine fünfstellige Summe dem gebeutelten Brook zugute.
Zwölf Arten stehen nun auf der neu aufgeforsteten Lichtung, vor allem widerstandsfähige Stieleichen, aber auch Rot- und Hainbuchen, Winterlinden, Vogelkirschen, Flatterulmen und Roterlen.
„Dieser Wald soll auch ein Symbol für eine lebenswerte Zukunft sein, schließlich ist er auf 150 Jahre angelegt“, sagt Heike Schürkötter, die sich in vielen Bereichen des Münsterlandes, besonders im Regionalsport, ehrenamtlich engagiert. Auf ihre Idee hin wurde vor 15 Jahren auch das Münsterland-Siegel initiiert, welches in der Region geerntete, hergestellte oder maßgeblich veredelte Lebensmittel auszeichnet.
Ein weiteres Herzensprojekt ist seit 2012 die Zusammenarbeit mit Madamfo Ghana e.V., ein Projekt der Hagenerin Bettina Manu-Landgrafe für Hilfe zur Selbsthilfe. Dass der Fokus auf Wasser- und Bildungsprojekten liegt, gefiel Heike Schürkötter auf Anhieb. So entstanden fünf Brunnen, die rund 25.000 Menschen aus dem Nordosten Ghanas die Wasserversorgung sichern.
„In unserem Betrieb achten wir sehr auf die Reduzierung des Strom- und Gasverbrauchs, sowohl aus ökologischen als auch ökonomischen Gründen. Durch solche Projekte wie hier im Brook möchten wir der Natur etwas zurückgeben, das sich ja um ein Vielfaches auch für kommende Generationen bezahlt macht.“
Info: Das neue Waldstück liegt nahe der Adresse Ahlintel 1. Von der „Better together“-Hundeschule aus ist man in wenigen Schritten vor Ort und kann das Wachstum der Laubbäume verfolgen. Google-Maps:
Mehr über Salvus´ Engagement findet ihr hier.
Text und Fotos: Miriam Lethmate

