Website-Icon Paula Pumpernickel

Ich frag nach …

In einem globalisierten Markt legen auch Lebensmittel nicht selten mehrere tausend Kilometer zurück. Die Qualitätsstandards sind in Deutschland vergleichsweise hoch und die Lebensmittel sind günstig. Ist die Herkunft der Lebensmittel wirklich wichtig?
Wir achten neben der guten Qualität natürlich auf die Regionalität unserer Rohstoffe. Somit unterstützen wir die Landwirte bzw. Lieferanten hier aus der Region im Münsterland. Im besten Fall können wir genau sagen von welchem Feld unsere Erdbeeren oder aus welchem Hühnerstall unsere frischen Eier kommen. Nichts ist doch schöner als wenn man durchs Münsterland fährt und sieht das Getreide oder die Erdbeeren auf den Feldern wachsen und weiß, dass unsere hochwertigen Backwaren mit diesen natürlichen Lebensmitteln verfeinert werden.

Hat es wirtschaftliche Vorteile auf eine regionale Produktion und Vermarktung zu setzen?
Ja.

Wo ist ihr Hauptabsatzgebiet und wo kann man ihre Produkte finden?
Im südlichen Münsterland. Wir ziehen einen Radius von ca. 4o km rund um unseren
Produktionsstandort in Lüdinghausen. Wir haben eigene Filialen mit Cafés und unsere Vortagsläden. Vielen Leuten ist heute nicht mehr bewusst wie Lebensmittel tatsächlich hergestellt werden. Wie wichtig ist Ihnen Transparenz bei Ihrer Arbeit und den Produkten
Sehr sehr wichtig !!! Aus dem Grunde laden wir auch gerne Besuchergruppen in unsere Produktion ein. Ganz besonders beliebt sind die Kindergeburtstage. Da dürfen Kinder unter Aufsicht ihre eigenen Backwaren in der „großen“ Backstube herstellen.

Wollen Ihre Verbraucher das überhaupt?
Ja, das Interesse ist sehr groß.

Kommen alle Rohstoffe aus dem Münsterland?
Wir versuchen es soweit es geht. Außerhalb der Saison kommen aber beispielsweise die Erdbeeren dann leider nicht von hier. Und es gibt natürlich Produkte wie zum Beispiel die Belgische Kuvertüre

Kennen Sie ihre Zulieferer persönlich und kennen Sie die Produktionsstätten?
Ja, wir kennen sämtliche Obst und Gemüsehändler, sowie die Müller aus der Region persönlich und schauen auch vor Ort vorbei. Unser Hauptlieferant ist die Ebäcko Münster, ein Großhändler für Bäckereibedarf.

Lebensmittel sind hoch emotional und Vertrauen spielt eine große Rolle. Welche Erfahrungen machen Sie?
Die Verbraucher sind durch die Medien vielfach verunsichert. Da wir sowohl im Internet als auch im Print-Bereich (Brotfibel, Infobroschüren in den Filialen) jedes Produkt deklarieren, bekommen wir viel positives Feedback von unseren Kunden.

Gibt es für Ihr Unternehmen besondere Standards oder Auszeichnungen?
Wir nehmen jährlich an der Brotprüfung nach DLG Qualitätskriterien statt. Bei der letzten Prüfung sind wir zum Goldbäcker ausgezeichnet worden und unsere Brote wurden 16 mal mit sehr gut und 3 mal mit gut bewertet. 2013, 2015 und 2016 sind wir mit dem Meister.Werk.NRW ausgezeichnet worden. Warum ist das wichtig?
Wir setzen selber sehr hohe Maßstäbe an uns und unsere Arbeit. Bäckerei geiping ist
Premium Anbieter. Die Auszeichnungen sind Ansporn für uns, in unseren Anstrengungen nicht nachzulassen.

Nutzen Sie besondere Herstellungsverfahren?
Wir sind ein handwerklicher Bäckereibetrieb. Alle unsere Produkte kommen zu 100 % aus eigener Herstellung. Das einzige zugekaufte Produkt ist Pumpernickel. Das beziehen wir bei einem Kollegenbetrieb aus dem Münsterland. Hierfür wird ein Spezialofen benötigt, der würde sehr viel Zeit und Platz in Anspruch nehmen, das lohnt sich für uns nicht.
– Mohn wird bei uns frisch gemahlen, daraus Mohnmasse gekocht .
– Alle Füllungen z.B. für Butter-Rosinenschnecken basieren grundsätzlich auf Eigenrezepturen.
– Als Siedefett verwenden wir gutes Rapsöl.
– Für alle Hefe- und Plunderteige verarbeiten wir ausschließlich Butter.

Brötchen und Baguettes werden als Langzeitführung im Plusbereich gefahren, um volle geschmackliche Entfaltung bei minimalem Hefeeinsatz zu erzielen.
Zu geschmacklichen Unterscheidung im Brotbereich arbeiten wir mit selbst gezüchtete
Roggenvollkorn – und Weizensauerteigen, um eine Geschmacksvielfalt auf natürlicher Basis zu erzielen. Dieses nur, um einige Anmerkungen zu unseren Qualitätsstandards zu nennen, die zum größten Teil auf unserer Internetseite nachgelesen werden können.

Das Münsterland Siegel ist ein stetig wachsendes Netzwerk. Was schätzen Sie daran?
Das Münsterland Siegel ist ein Gütesiegel und schafft Vertrauen für den Kunden.

Arbeiten Sie mit Unternehmen aus dem Netzwerk Münsterland Qualität oder der regionalen Speisekarte zusammen?
Ja, zum Beispiel mit dem Hof Grothues-Potthoff und ab kommenden Jahr auch mit Mills United.

Sind Sie Mitglied in weiteren Interessensgemeinschaften, Werbevereinen usw.?
Ja, wir tauschen uns über einen ERFA-Kreis regelmäßig mit Kollegen aus.
Wir sind Mitglied der Bäckerinnung und an einigen Standorten in der Werbegemeinschaft.
Des weiteren sind wir im IHK Regionalausschuß. Ich achte darauf in allen Bereichen des Unternehmens regional zu beziehen soweit möglich. Unsere Erdbeeren kommen vom Bauern direkt aus Lüdinghausen und werden in der Erdbeersaison jeden Morgen frisch angeliefert. Sie sind somit gerade frisch vom Feld. Unser Weizenmehl wird uns von der Mühle Plange in Neuss geliefert. Das Roggenvollkorn liefert uns die Mense Mühle in Dorsten, dort wird natürlich auch der Roggen aus der Region für uns gemahlen. Wir unterstützen hier bewusst eine kleine Mühle aus der Region. Die Pflaumen und Äpfel für unseren leckeren Pflaumen- oder Apfelkuchen bekommen wir auch von regionalen Lieferanten. Saisonal haben wir auch Obst direkt von unserem Nachbarn in Senden Hof Grothues-Potthoff.
Unsere Milchprodukte beziehen wir von der Frischkäserei Lippetaler in Bergkamen, dort wird natürlich die Milch von den Bauern aus dem Münsterland zu Frischkäse, Quark, Milch, Schmand und Sahne verarbeitet. Das gute Rapsöl in dem unsere Quarkbällchen und Berliner gebacken werden bekommen wir aus Selm. Die frischen Eier sind ausschließlich von Kortmann’s Hof aus Seppenrade. Viele weitere Rohstoffe bekommen wir hier in der Produktion oder auch sie in den Filialen von der Ebäcko aus Münster geliefert, dort ist das Thema Regionalität auch sehr wichtig.

Haben Sie Beispiele für eine regionale Auftragsvergabe oder Neuanschaffung?
Wir arbeiten mit den Handwerkern, wie Elektrikern und Installateuren aus der direkten Umgebung zusammen. Dabei legen wir großen Wert auf eine langfristige vertrauensvolle Zusammenarbeit.Bei unseren Maschinen ist das nicht immer möglich. Das sind sehr spezielle Geräte die zum Teil sogar aus Japan kommen.

Wie wichtig ist ihnen ehrenamtliches Engagement? Haben Sie konkrete Beispiele?
Wir sind in der Bäckerinnung, dem Regionalausschuß IHK und im Beirat des Kinderpallliativzentrums. Die Gemeinden erhalten für die Inhaber der Ehrenamtskarte NRW einen Gutschein über ein Partnerfrühstück. Dieser Gutschein ist in jedem geiping Café mit dem entsprechenden Angebot einzulösen.

Gibt es aktuelle Spenden, Projekte oder Sponsoring-Aktivitäten?
Wir sind einer der Hauptsponsoren des biologischen Zentrums in Lüdinghausen (dabei geht es gerade um das Thema Regionalität). Ebenso unterstützen wir sehr stark das Kinderpalliativzentrum in Datteln. Auch die Tafeln holen regelmäßig bei uns Ware ab.

Das Herz eines jeden Unternehmens sind die Menschen die darin arbeiten. Wie hat sich ihr Unternehmen zu dem entwickelt, was es heute ist?
Der Mensch stand und steht bei uns immer im Mittelpunkt. Wir wollen, dass sich unsere Mitarbeiter wohl fühlen. Höflichkeit, Wertschätzung, Herzlichkeit und ein offener und ehrlicher Umgang miteinander stehen bei uns an erster Stelle. Wir tun alles, um die privaten Interessen der Mitarbeiter/-innen mit den betrieblichen zu vereinbaren. Jedes Jahr findet (immer am letzten Samstag vor Weihnachten) unsere „Tannenbaumaktion„ statt. Dazu wird an der Backstube ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut. Neben Musik und Lagerfeuer ist dann für das leibliche Wohl gesorgt und natürlich erhält jeder Mitarbeiter eine Nordmanntanne. Die Aktion findet den ganzen Tag statt, so dass Jeder die Chance hat, mit seiner Familie zu kommen. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden auch all unsere Jubilare geehrt. Es werden jedes Jahr mehr. Im Schnitt haben wir pro Jahr 30 – 40 Jubilare, die 10, 20, 30 oder sogar 40 Jahre bei geiping sind. Auch die Mitarbeiter-innen, die in Rente gehen, werden nicht vergessen.Der geiping Club 60 plus trifft sich 1 x im Monat in einem geiping Cafe und ist dort unser Gast. Die „Ehemaligen“ bekommen weiterhin 2o % Mitarbeiterrabatt.

Wie viele Mitarbeiter gibt es zurzeit?
Wir haben über 470 Mitarbeiter: Bäcker und Konditoren (davon 80 % Fachkräfte) Dann sind bei uns noch Fahrer, Bürokräfte, Fachkräfte für Lagerlogistik und Fachkräfte für Systemgastronomie und Bäckereifachverkäufer/-innen beschäftigt. Die Fachberufe bilden wir auch alle im Hause aus. In den letzten Jahren haben sich unsere Verkaufsstandorte immer mehr auch im gastronomischen Bereich weiterentwickelt. Dadurch verändern sich auch die Aufgaben im Verkauf. Mittlerweile bilden wir auch Fachkräfte für Systemgastronomie aus und brauchen hoch qualifizierte Führungskräfte.

Gibt es Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter?
Wir bieten regelmäßig interne und für Führungskräfte auch externe Schulungen an. Im letzten Jahr haben 16 Mitarbeiter/-innen die Ausbildereignungsprüfung gemacht. Die Führungskräfte werden regelmäßig durch externe Berater geschult (Bsp.: Mitarbeiterführung, Erfa-Runden etc.).

Zukunftssicherung des Betriebs – gibt es eine Nachfolge?
Ja. Die 4. Generation, Michael Geiping ist seit 2011 am Start.

Wie gestalten sich die Arbeitszeiten für die Mitarbeiter?
Die Arbeitszeiten richten sich nach den zu erbringenden Stunden der Mitarbeiter/-innen, den vorgegebenen Schichten und den Bedürfnissen der Mitarbeiter/-innen.

Gibt es flexible Regelungen?
Ja.

Gibt es besondere Leistungen für die Mitarbeiter?
Ja. Es gibt 40 % Mitarbeiterrabatt für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 20 % für alle geringfügig Beschäftigten.
Mitarbeiter mit Führungsverantwortung oder Aufgaben mit besonderer Verantwortung bekommen entsprechende Leistungszulagen.

Spielt Saisonarbeit bei Ihnen eine Rolle?
Nein.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit im Team und im Unternehmen
Teamgeist wird bei uns ganz groß geschrieben. Regelmäßige Besprechungen finden
auf allen Ebenen statt.

Gibt es Maßnahmen zum Erhalt der Mitarbeitergesundheit?
Ja !
– Arbeitssicherheitsausschuß
– Betriebsärztin
– Mineralwasser kostenlos
– Einsatzplanung nach den persönlichen Wünschen
– Investionen „Rückengerechte“ Arbeitsmittel

Oft werden Rohstoffe auch aus anderen Ländern bezogen. Wenn Sie Rohstoffe aus dem Ausland beziehen, wird hier auf faire Arbeitsbedingungen geachtet?
Wir arbeiten nur mit seriösen Vorlieferanten zusammen.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit ist ein Begriff der beinah schon so oft benutzt wird, dass man selbst nur noch schwer einordnen kann, was das überhaupt genau heißt. Was bedeutet Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen?
Der zentrale Einkauf über die ebäcko Münster garantiert kurze und Umweltschonende
Transportwege. Wir bieten unseren Kunden wieder verwendbare Leinenbeutel.

Achten Sie beim Einkauf ihrer Roh- und Hilfsstoffe darauf, dass die Transportwege möglichst kurz sind?
Eier von Hühnerhof Kortmann (Lüdinghausen)
Erdbeeren vom Bauern (Lüdinghausen)
Obst von Grothues-Potthoff (Senden)

Haben Sie in den letzten Jahren in wasser- und energiesparende Technik investiert? 
Erneuerung der Energiezentrale mit Wärmerückgewinnung, Stufenweiser Wechsel auf LED-Beleuchtung, LKW-Neuanschaffungen Euro 6 Norm.

Gibt es Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt durch Bewahrung der Lebensräume?
Engagement Biologisches Zentrum Lüdinghausen e.V.
Haben sie an einer Umwelt und Energieberatung teilgenommen?
Ja. Wir haben ein Zertifikat Energiemanagement DIN EN ISO 50001.
Werden Maßnahmen ergriffen um die Lieferungen ökologisch zu gestalten? (Fahrertraining, Schadstoffarme Fahrzeuge, Effiziente Tourenplanung etc.)
ECO-Fahrtraining, monatliche Auswertungen pro LKW hinsichtlich Spritverbrauch bezogen auf gefahrene Kilometer.

Nutzen Sie regenerative Energiequellen?
Photovoltaikanlagen bei einzelnen Filialstandorten

Verwenden Sie oder ihre Lieferanten umweltfreundliche Verpackungen?
Wir achten darauf, den Kunststoffanteil unseres Verpackungsmaterials möglichst gering zu halten. So sind unsere coffee-to-go Becher über den Papierabfall recyclebar.
Ferner haben wir gerade aktuell eine Kampagne: ab 8,- € Backwareneinkauf bekommt der Kunde einen nachhaltigen Leinenbeutel geschenkt!

Gibt es konkrete Maßnahmen um Abfälle zu vermeiden?
Ja. Wir betreiben 4 Vortagsläden die einen immer stärkeren Zuspruch erfahren. Verkauft werden dort Backwaren vom Vortag aus unseren Premium-Filialen.
Außerdem beliefern wir die Tafeln.

Oft fehlt es der Lebensmittelbranche an Glaubwürdigkeit, Akzeptanz und Vertrauen. Welche Erfahrungen machen Sie? Gibt es eine Lösung?
Wichtig ist, immer ehrlich zu sein. Die Verbraucher sind sehr gut informiert. Die Informationen übers Internet und print Medien sind ebenso wichtig wie gut geschulte Mitarbeiter. Wichtig ist zu zeigen, dass wir nichts zu verbergen haben. Grundsätzlich werden neue Mitarbeiter im Rahmen des Einsteigerseminars erst durch die Produktion geführt. Diese Führungen bieten wir auch den Endverbrauchern an.

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