Ich frage nach …

Welche Bedeutung hat für Sie das Thema Regionalität? Wie viele regionale Gerichte werden angeboten und werden diese gekennzeichnet?
Die Herkunft spielt auf jeden Fall eine große Rolle. Ganz besonders Touristen und Radfahrer fragen nach. Sie wollen münsterländer Spezialitäten kennenlernen. Je nach Saison gibt es abends verschiedene Gerichte, deswegen haben wir auch keine feste Karte. Das kommt gut an.

Hat es wirtschaftliche Vorteile auf eine regionale Produktion und Vermarktung zu setzen?
Wirtschaftliche Vorteile hat es, auf Qualität zu setzen. Denn die beste Werbung für uns ist, wenn das Essen gut schmeckt. Die Qualität bekomme ich allerdings nur, wenn ich auf Saisonalität und Regionalität setze.

Woher kommen die Zutaten der regional ausgezeichneten Produkte oder Gerichte?
Geflügel und Eier bekommen wir von Borgmanns Hof hier aus Steinfurt. Der kommt jeden Freitag vorbei und bringt uns frische Eier. Gemüse hole ich oft vom Markt, aber auch im Großhandel. Zur Weihnachtszeit gibt es dann Gänsebraten. Die Gänse kommen u. a. vom Hof Frohoff-Hülsmann aus Wettringen. Allerdings bieten wir hier sowohl regionale als auch nicht-regionale Gänse an. Die regionalen Gänse sind im Vergleich 30 Prozent teurer als die konventionellen, aber das bezahlen unsere Kunden gerne.

Gibt es weitere Zulieferer aus dem Münsterland?
Auch unsere Dekoration, unsere Tischwäsche und die frischen Blumen kommen hier aus dem Münsterland und am besten noch vom Händler im Ort.

Kennen Sie ihre Zulieferer persönlich und kennen die Produktion?
Ja, in den meisten Fällen ist das so. Unsere Eier bekommen wir, wie gesagt, von Borgmanns Hof, und der kommt jeden Freitag vorbei. Die Gänse bekomme ich von Frohoff-Hülsmann und auch von einem Großmarkt in Münster.

Wie groß ist der Anteil regionaler Rohstoffe insgesamt bei allen Gerichten?
Der Anteil der regionalen Rohstoffe liegt bei ca. 80 Prozent.

Gibt es wechselnde Menüs, um saisonale Gerichte anzubieten?
Auf jeden Fall. Wir bieten so gesehen ja gar keine Karte an. Die Gerichte werden den Gästen abends vorgestellt und werden somit je nach Saison ausgewählt.

Bieten Sie außergewöhnliche Spezialitäten aus dem Münsterland an?
Ja, wir bieten Töttchen an für diejenigen, die es noch kennen. Eine alte Spezialität aus dem Münsterland. Pfeffer-Potthast ist eine Art Gulasch und auch Quark mit Pumpernickel kennen viele sicherlich noch.

Welche Produkte können nicht regional bezogen werden und warum?
Zum Beispiel Rumpsteaks, die sind bei uns von Hereford-Rindern und von der Qualität nicht zu toppen.

Gibt es Bio und Fair Trade Produkte und wie groß ist der Anteil?
Dinkelmehl zum Beispiel oder Honig bieten wir in Bioqualität an, aber hier ist die Nachfrage noch nicht besonders hoch. Auch regionalen Joghurt und Cerealien haben wir im Angebot.

Gibt es vegetarische und vegane Angebote?
Ja, das fragen wir vor dem Essen ab, und das bieten wir auch gerne an.

Haben Sie Beispiele für eine regionale Auftragsvergabe/Neuanschaffung?
Wenn etwas neu angeschafft werden muss, so kaufen wir meist vor Ort.

Gibt es aktuelle Auszeichnungen?
Wir sind im Michelin Guide empfohlen, im Aral Schlemmer Atlas und sind Teil des Netzwerk Münsterland Qualität mit dem Münsterland-Siegel. Auch bei Service Qualität Deutschland machen wir mit. Gutes Essen ist gute Werbung. Das spricht sich herum.

Wie wichtig ist ihnen ehrenamtliches Engagement?
Ich bin ehrenamtlich in der Feuerwehr als Hauptbrandmeister tätig und bin im Prüfungsausschuss der IHK Nord Westfalen. Dann weiterhin bei SMarT, also dem Steinfurt Marketing und Touristik e.V. als 2. Vorsitzender tätig.

Engagieren Sie oder ihre Mitarbeiter sich ehrenamtlich?
Einige unserer Mitarbeiter im Sport.

Gibt es aktuelle Spenden, Projekte oder Sponsoring-Aktivitäten?
Wir machen hier die Gourmetnacht in Steinfurt. Eine wirklich tolle Veranstaltung bei der drei Gerichte von den Köchen eingereicht werden. Das nächste Mal findet sie wieder im August statt. Sehr, sehr gerne spenden wir auch für „Kein Kind ohne warme Mahlzeit in Steinfurt“, damit JEDER Schüler zum Mittagessen etwas Warmes hat! Außerdem fördern wir durch Spenden an die Volkshochschule die Erlernung von Instrumenten für Kinder und Jugendliche.

Arbeiten Sie mit Unternehmen des Münsterland-Siegels zusammen?
Wir bieten hier zum Beispiel Spezialitäten der Brennerei Sasse aus Schöppingen an, von denen auch eine Auswahl in unserem Hofladen zu finden ist.

Wie viele Mitarbeiter arbeiten in ihrem Betrieb?
Meine Frau und ich, sowie fünf weitere Mitarbeiter. Die Anzahl ist in den letzten Jahren gleich geblieben.

Gibt es Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter?
Zum Beispiel Verkaufsschulungen der Firma Sasse, Schöppingen.

Zukunftssicherung des Betriebs – gibt es eine Nachfolge?
Wir werden sehen. Unsere Kinder werden den Betrieb wohl nicht fortführen. Unsere Tochter ist Logopädin geworden und hat ihre Praxis hier am Hotel. Unser Sohn ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand an der Universität Münster. Sie werden aber den Betrieb im Alter verwalten.

Gibt es Maßnahmen zum Erhalt der Mitarbeitergesundheit?
Wir versuchen natürlich die Arbeitsplätze so ergonomisch wie möglich zu gestalten. Fitnessprogramme in dem Sinne bieten wir aber nicht an.

Werden Mitarbeiter bei Entscheidungen einbezogen oder können Vorschläge einbringen?
Auf jeden Fall. Das ist dann wohl der kurze Dienstweg. Die Entscheidung liegt natürlich letztendlich bei uns, aber eine offene Kommunikation mit allen Mitarbeitern ist uns sehr wichtig.

Gibt es eine Regelung für flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit in Teilzeit zu arbeiten?
Da sind wir sehr flexibel. Die Bedürfnisse sind ja von Mitarbeiter zu Mitarbeiter sehr unterschiedlich. Wie es im Endeffekt gestaltet wird entscheiden wir im Team.

Was bedeutet Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen?
Auf den Energieverbrauch bei Wasser und Strom zu achten.

Achten Sie beim Einkauf auf kurze Transportwege?
Ich kaufe hier im Ort ein, Obst und Gemüse auch oft auf dem Markt, der hier nicht weit ist. Weiterhin aber auch auf Großmärkten, die einen Gastrobedarf (z. B. für Spezialspülmittel oder 25 Kilo Säcke mit Dinkelmehl) haben.

Haben Sie in den letzten Jahren in wasser- und energiesparende Technik investiert?
Die Beleuchtung wurde soweit wie möglich auf LED-Beleuchtung umgestellt. Neue Waschmaschinen mit erheblicher Energieeinsparung wurden angeschafft. Perlatoren mit geringerem Wasserdurchfluss in den Wasserhähnen wurden angeschafft. Auch die obere Etage unseres Hotels wurde gedämmt.

Haben sie an einer Umwelt und Energieberatung teilgenommen?
Nein, in dem Sinne nicht. Durch das Internet habe ich mir sehr viele Ideen geholt.
Leider, gibt es z. B. für gewerbliche Kühlschränke keine Pflichtbezeichnung wie z. B. A+++.

Verwenden Sie oder ihre Lieferanten umweltfreundliche Verpackungen?
Ja, wir haben unsere eigenen Körbe und Taschen beim Einkauf.

Wie werden Abfälle vermieden?
Unsere Essensreste und Abfälle kommen hier in die „Schweinetonne“, wie wir sie nennen. Die ist gekühlt und wird einmal pro Woche abgeholt. Sie geht dann an die Firma Noll – Entsorgung.

Verwenden Sie umweltfreundliche Reinigungsmittel?
Wir dosieren sehr genau unsere Reinigungsmittel, die zum größten Teil umweltfreundlich sind.