Ich frage nach …

Welche Bedeutung hat für Sie das Thema Regionalität?
Die Kaffeepflanzen wachsen leider nicht in Europa, sondern am sogenannten Kaffeegürtel am Äquator. Die Röstung des Rohkaffees findet bei uns Zuhause statt und das mit viel Feingefühl. Unser Absatzgebiet ist mit einem Umkreis von ca. 30 Kilometern fast komplett in der Region. Durch das Internet auch in ganz Deutschland.

Hat es wirtschaftliche Vorteile auf eine regionale Produktion und Vermarktung zu setzen?
Kaffee ist natürlich kein Musterbeispiel für Regionalität. Dennoch! Durch die Röstung findet ein Teil der Wertschöpfungskette im Münsterland statt. Wir sind erst vor wenigen Jahren gestartet und der Anfang war nicht leicht. Man möchte meinen, dass Kaffeerösten nach den Verbraucherzahlen zu urteilen, ein Selbstläufer sein müsste. Sich in einem regionalen Markt zu behaupten, braucht viel Durchhaltevermögen. Kleine Privatröstereien werden aber immer beliebter und auch wir sind davon überzeugt, das Kaffee ein Naturprodukt ist und der Geschmack vom Feingefühl bei der Röstung abhängt.

Wo ist ihr Hauptabsatzgebiet und wo kann man ihre Produkte finden?
Unser Absatzgebiet ist ca. 30 Kilometer im Umkreis und damit in der Region. Unsere Absatzmärkte kann man auch auf unserer Internetseite nachlesen.

Wie wichtig ist Ihnen Transparenz bei Ihrer Arbeit und den Produkten?
Für uns ist die Transparenz unserer Arbeit sehr wichtig.

Wollen Ihre Verbraucher das überhaupt?
Die Produktion findet ja komplett in unserer Rösterei statt und das können die Kunden auch sehen. Unsere Kunden sind interessiert. Wir bieten ja auch Führungen an. Jeder kann sich unsere Produktion gerne ansehen.

Kommen alle Rohstoffe aus dem Münsterland? Welche nicht und warum?
Wie gesagt, den Rohkaffee beziehen wir von verschiedenen Händlern aus Bremen.

Kennen Sie ihre Zulieferer persönlich und kennen Sie die Produktionsstätten?
Auf den Röstermessen lernt man seine Zulieferer auch mal persönlich kennen, wie zum Beispiel Michaelis aus Bremen.

Gibt es für Ihr Unternehmen oder ihre Produkte besondere Standards oder Auszeichnungen?
Wir vermarkten unter anderem Bio-Kaffee mit Zertifiat und fair gehandelten Projetkaffee. Hier beziehen wir den Kaffee direkt von den Bauern aus Lampocoy in Guatemala. Die Kaffeebauern erzielen durch die Direktvermarktung einen deutlich höheren Preis, der zurzeit rund 35 Prozent über dem Weltmarktniveau liegt. Generell haben die Bauern von denen wir den Kaffee beziehen aber alle nicht mehr als 2 ha Land auf dem sie anbauen.

Nutzen Sie besondere Herstellungsverfahren?
Unser Kaffee ist langzeitgeröstet. Das ist besonders schonend und magenfreundlich.

Arbeiten Sie mit Unternehmen aus des Münsterland-Siegels zusammen?
Wir arbeiten mit EDEKA Wilger zusammen, das ist der EDEKA im Nachbarort. Aber wir arbeiten auch mit verschiedenen Bäckereien, Rewe-Märkten, Raiffeisenmärkten und Landhandel hier in unserer Region zusammen.

Sind Sie Mitglied in weiteren Interessensgemeinschaften?
Bislang nicht. Da wir regional vermarkten, haben wir uns für das Münsterland Siegel entschieden.

Haben Sie Beispiele für eine regionale Auftragsvergabe oder Neuanschaffung?
Wir haben jetzt ein neues Werbeschild aus Holz machen lassen. Das hat eine Künstlerin hier aus der Region entworfen und gestaltet. Unser Kaffeeschrank in der Rösterei wurde von einem Schreiner aus Heiden hergestellt. Bei Verpackungen oder auch dem Röster ist schwer oder schlicht weg nicht möglich da diese in anderen Regionen hergestellt werden.

Wie hat sich ihr Unternehmen zu dem entwickelt, was es heute ist?
Durch meine Frau und mich. Wir sind beide mit Herzblut dabei. Im Jahre 2009 habe ich hier auf dem elterlichen Hof mit der Rösterei begonnen. Der Auslöser für diese Idee gab ein Italiener und kurzerhand hab ich das Projekt in die Hand genommen. Zusammen mit meiner Frau Ingrid betreibe ich die Rösterei und so langsam kommt das Geschäft ins Rollen.

Zukunftssicherung des Betriebs – gibt es eine Nachfolge?
Meine Frau und ich. Ob eins von unseren Kindern die Rösterei übernimmt, ist noch nicht klar.

Oft werden Rohstoffe auch aus anderen Ländern bezogen. Wenn Sie Rohstoffe aus dem Ausland beziehen, wird hier auf faire Arbeitsbedingungen geachtet?
Wir bieten einen fair gehandelten Projektkaffee in unserer Rösterei an. Hier beziehen wir den Kaffee direkt von den Bauern aus Lampocoy in Guatemala. Die Kaffeebauern erzielen durch die Direktvermarktung einen deutlich höheren Preis der zurzeit rund 35 Prozent über dem Weltmarktniveau liegt.

Haben Sie in den letzten Jahren in wasser- und energiesparende Technik investiert?
Das Dach der Rösterei wurde neu gedämmt und verlegt, Photovoltaikplatten erzeugen Strom, der von uns genutzt wird. Der überschüssige Strom wird ins Netz eingespeist. Wir haben eine Hackschnitzelholzheizung für unser Wohnhaus. In der Rösterei ersetzen wir nach und nach Leuchtstoffröhren durch LED-Leuchten.

Gibt es Umweltschutzmaßnahmen bei Ihnen auf dem Betrieb?
Da unsere Produktion auf dem ehemaligen Hof ihren Platz gefunden hat findet man rings herum einige Fischteiche und auch eine kleine Schafherde die auf den Grünflächen grast. Einige Hühner haben wir auch.

Nutzen Sie regenerative Energiequellen?
Im Haus heizen wir mit einer Hackschnitzelheizung und der Röster wird mit Gas betrieben. Strom nutzen wir von unseren Photovoltaikanlagen.

Verwenden Sie oder ihre Lieferanten umweltfreundliche Verpackungen
Einige Kunden bringen ihre Kaffeedosen mit und lassen sich ihren Kaffee direkt abfüllen. Das ist wirklich eine nette Sache aber eher die Ausnahme. Bei Kaffee sind wir verpflichtet bestimmte Tüten zu verwenden. Papiertüten würden das Aroma nicht halten können. Durch die Beschichtung wird das Aroma konserviert.

Gibt es konkrete Maßnahmen um Abfälle zu vermeiden?
Es fällt im Grunde wenig Abfall an. Selbst die Kaffeesäcke sind total beliebt und werden oft als Dekostoff nachgefragt.