Salvus Mineralbrunnen

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Drei Sekunden dauert es vielleicht, bis ich mit einem Knack und einem leichten Zischen den Deckel abgedreht und das Mineralwasser in mein Glas geschüttet habe. Der Weg des Mineralwassers in die Flasche benötigt aber deutlich mehr Zeit. Warum, das habe ich mir bei der Salvus Mineralbrunnen GmbH in Emsdetten angeschaut.

Von vorne lässt das Gebäude mit den silbernen Lamellen noch nicht erahnen, welche Weiten sich dahinter erstrecken. Aber bis zu 16.000 Paletten Mineralwasser und Limonaden, die Salvus hier durchschnittlich innerhalb von drei bis vier Tagen umschlägt, brauchen doch ein bisschen Platz – sowohl in der Lagerhalle als auch auf dem Hof. Hier kommt das Mineralwasser aus den fünf Brunnen, die in bis zu 3,5 Kilometer Entfernung liegen, auch zum ersten Mal über die Oberfläche – und sammelt sich in den glänzenden Tanks.

„Die Brunnen haben unterschiedliche Mineralisierungen. Deshalb darf das Wasser daraus nicht vermischt werden“, erklärt Geschäftsführerin Heike Schürkötter. Seit 1994 füllt Familie Schürkötter ihr eigenes Mineralwasser in Emsdetten ab. Heute bringt Salvus mit seiner Glasflasche neuen Schwung auf den Markt. „Glasflaschen sind beim Kunden immer beliebter und zeigen das ausgeprägte Bewusstsein für Regionalität und Nachhaltigkeit des Unternehmens“, sagt Heike Schürkötter.

Aus den Tanks fließt das Wasser in unterschiedliche Aufbereitungsanlagen. Zuerst müssen Eisen und Mangan heraus – das funktioniert durch Belüftung. Mangan und Eisen flocken sich aus und bleiben dann im Kiesfilter, durch den das Mineralwasser geleitet wird, hängen. Ein ganz schön großes Gewirr aus Rohren ist für die Prozedur notwendig.

Damit die Qualität des Mineralwassers zu 100 Prozent stimmt, zieht Laborant Johannes Brand stündlich eine Probe aus den Anlagen und legt diese in den Brutschrank für die mikrobiologische Prüfung. Er stellt außerdem Muster für die Qualitätssicherung und den Fall von Reklamationen zurück – sowohl eine Probe aus der Aufbereitungsanlage als auch eine fertig abgefüllte Flasche. Wie das Mineralwasser in die (Glas-)Flasche kommt, schaue ich mir jetzt an. Doch zuerst geht’s zur Waschstraße, genauer gesagt zu den beiden Waschstraßen. Denn sowohl die Mehrwegkästen, als auch die Mehrwegflaschen müssen, wenn sie vom Kunden zurückkommen, ja erstmal sauber gemacht werden.

Eine Sortiermaschine holt zunächst die Flaschen aus den Kästen heraus, die von anderen Herstellern stammen und andere Formen haben. Dann werden von den übriggebliebenen Salvus-Flaschen die Kappen abgeschraubt. Sie fallen auf ein Blech, werden zum Silo transportiert und recycelt – für neue Wasserkästen, Blumenkästen und ähnliches. Zwölf Arme mit Saugnäpfen ziehen jetzt die Flaschen aus den Kästen. Über Kopf werden sie mit ordentlich Druck und Lauge ausgespült. „85 Grad. Rund 25 Minuten lang“, erklärt Salvus- Betriebsleiter Holger Mathes. „Die Etiketten reibt die Maschine auch mit Lauge ab. Nach spätestens zwei Durchgängen ist jeder noch so gute Kleber verschwunden.“ Lauge, Druck und starke Düsen rücken auch den Mehrwegkisten zu Leibe – bis sie wieder vollständig hellblau glänzen.

Die Flaschen fahren jetzt weiter auf ihrer überdachten Route, damit von oben kein Dreck auf sie fällt. Nächste Station: Leerflascheninspektor. „Hier wird jede Flasche noch einmal genau überprüft“, erklärt Mathes. Sind irgendwo noch Reststoffe? Ist alles hundertprozentig sauber? Sind Gewinde und Dichtfläche in Ordnung? Ist die Flasche auch wirklich nirgendwo kaputt? „Wir wechseln aber grundsätzlich ein bis eineinhalb Prozent der Flaschen aus, um den Flaschenpool zu erneuern“, sagt Holger Mathes.

Für die Abfüllung fahren die Flaschen jetzt in ein rundes Flaschenkarussell, den so genannten Rundfüller, und werden dort festgeklemmt. 60 Ventile gibt es, die das Mineralwasser mit Druck hereinfüllen. Der so genannte Transferstern bringt die Flaschen im genau gleichen Abstand zum nächsten Karussell, dem Verschrauber. Von dort transportiert ein zweiter Transferstern sie zum Etikettierer. Eine Leimwalze trägt zunächst Leim auf, damit das Etikett angebracht werden kann. Ein Laser schreibt das Haltbarkeitsdatum drauf. Von oben fahren jetzt die Kisten auf die Flaschen zu. Eine Maschine hebt sie rein. Fertig.

90 Prozent des Salvus-Umsatzes macht übrigens das Mineralwasser aus. Nur zehn Prozent sind Limonaden. „Tendenz sinkend“, sagt Betriebsleiter Mathes. Beim Wasser hat sich Medium mittlerweile zur beliebtesten Variante aufgeschwungen. „Es wird aber nicht mehr lange dauern, bis auch Naturell das ganz klassische Mineralwasser, das früher führend war, überholt hat.“

Weitere Eindrücke:

(alle Fotos: Maren Kuiter)

Salvus Mineralbrunnen GmbH
Hollefeldstraße 13
48282 Emsdetten

Telefon: +49 (0)25 72 -9385.0

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