Gasthof Prigge | Akademie Talaue

gasthof-prigge-ausenKurvige Landstraßen ziehen sich durch eine immer hügeliger werdende Landschaft. Für das Münsterland, wo die meisten Landstriche eher flach sind und man weit ins Land schauen kann, ist es schon beinahe eine Rarität. Nicht weit entfernt erhebt sich auch schon der Gebirgszug des Teutoburger Waldes. Zwischen den Baumwipfeln lassen sich die Häuser von Tecklenburg erahnen.

Der denkmalgeschützte Gasthof Prigge und die Akademie Talaue liegen im Lengericher Ortsteil Wechte. Das weiß getünchte Gebäude zwischen großen alten Erlen mit seinen urigen Holzdielen erinnert auf den ersten Blick an eine typische Dorfkneipe.

Doch dieser Eindruck täuscht gewaltig, wenn man das Haus durch seine purpurrote Eingangstür betreten hat. Frische Blumen und großformatige Malereien von exotischen Tieren sorgen für einen lockeren, hellen Stil.

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Christina Dikomey, Inhaberin und studierte Ökotrophologin, legt außerdem größten Wert auf nachhaltige und erstklassige Küche – und fährt damit ein gewaltiges Kontrastprogramm in der westfälisch konventionell geprägten Gegend.

Über den großzügig angelegten Biergarten gelange ich in die Lobby des angegliederten Hotels. Der Restaurantbereich ist auf drei Räume verteilt. Christina Dikomey erklärt mir, warum ihre Küche besonderen Wert auf Regionalität und Qualität legt und was das genau heißt. Ein Blick in die Karte hilft weiter. Die angebotenen Suppen, Salate und Hauptgerichte werden überwiegend aus Bioprodukten der Region zubereitet.

So kommt beispielsweise das Lammfleisch von der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land e.V. (ANTL), Ziegenkäse vom Bioland-Hof Haus Hülshoff in Tecklenburg und Gemüse vom Bioland-Betrieb Weidenhof in Lengerich. Natürlich gib es auch Fleisch- und Fischgerichte, die für die Region typisch sind. Zum Beispiel das Schnitzel nach westfälischer Art mit frischen Champignons oder Spiegelei mit selbst gemachten Bratkartoffeln.

In der Küche wartet schon der Koch, Christina Dikomeys Bruder Wolfgang Winklhöfer, auf mich. An einigen Tagen in der Woche hilft er seiner Schwester in der Küche. „Hier im Gasthof kann ich meiner Leidenschaft fürs Kochen freien Lauf lassen. Ob Fleisch, Gemüse oder Obst: Jedes Lebensmittel hat einen tollen Eigengeschmack, den es gilt herauszuarbeiten“, sagt er.

Heute gibt es Kürbis-Carpaccio mit Ziegenkäse verfeinert mit selbst gemachten Rucolapesto. Die Kürbisse stammen von jenem Hof, dessen große Auswahl an Kürbissen zum Verkauf ich schon auf dem Weg zum Gasthof bewundert hatte.

Aber zuerst machen wir einen Abstecher in den hauseigenen Kräutergarten. Wolfgang Winklhöfer schneidet sich je ein Bündel Rosmarin, Petersilie, Thymian und Salbei ab. Ein Haflinger und ein Schimmel schauen uns unbeeindruckt zu. Winklhöfer sammelt noch ein wenig Fallobst vom Rasen, um die beiden zu füttern. Da kommen sie dann doch neugierig zum Zaun.

Für das heutige Gericht brauchen wir allerdings nur den Thymian, der als würzige Dekoration das fertige Gericht abrunden soll. Also wieder zurück in die Küche.

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Wolfgang Winklhöfer schneidet mit einem Gemüsehobel den saftig-orangefarbenen Hokkaido-Kürbis in hauchdünne Scheiben. Der Rucolasalat wird nun mit Salz und Pfeffer gewürzt und fein püriert. Durch das Olivenöl bekommt das Pesto seine cremige Konsistenz.

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„Im Grunde kann man aus allen Kräutern und Salaten eigene Pestos machen und nach Belieben kombinieren“, erklärt mir Wolfgang Winklhöfer. Denn ich bin zugegebenermaßen erstaunt, wie einfach die Pesto-Zubereitung im Grunde doch ist.

Das Pesto bildet nun die Grundlage und wird dünn auf dem Teller verstrichen. Kreisrund drapiert Winklhöfer nun die hauchdünnen Kürbisscheiben auf dem Teller. Jetzt fehlt nur noch der Ziegenkäse, der geviertelt die nächste Lage bildet. Verfeinert mit dem übrigen Pesto und zwei Kirschtomaten kommt das Gericht in den Ofen. Als süße Note wird es noch mit einigen dünnen Fäden Honig veredelt.

Der Ofen ist auf rund 280 Grad Celsius vorgeheizt. Da reichen bereits zwei Minuten oder weniger – und schon sind die hauchdünnen Scheiben gar. Jetzt fehlen nur noch unsere Thymianstängel aus dem Garten. Als Beilage gibt es selbst gebackenes Brot. Beim Anschneiden erfüllt der wunderbare Duft die gesamte Küche.

Fazit: Ich bin begeistert, wie schnell und einfach sich ein Gericht mit frischen und regionalen Zutaten zubereiten lässt.

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Weitere Eindrücke:

Gasthof Prigge / Akademie Talaue
Brochterbecker Str. 60
49525 Lengerich-Wechte

Telefon: +49 (0)54 82 – 96 06

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Text/Fotos: Maren Kuiter

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