Restaurant Landhotel Bartmann

Die Hirschgeweihe im Eingang des Landhotels Bartmann in Sendenhorst  lassen keinen Zweifel aufkommen: Inhaber Thomas Bartmann und sein Vater Alfons sind begeisterte Jäger. Ein Eichenschrank und groß gemusterte Fliesen zeigen mir außerdem schnell, dass dieses historische Landhaus von 1913 früher mal das Prunkstück eines Bauernhofs war.

„Wir haben uns von der Landwirtschaft zum Hotel vorgearbeitet“, sagt Seniorchefin Elisabeth Bartmann. Es ist ein Vier-Sterne-Hotel, von dessen Gartensalon aus sich der Blick auf weitläufige Felder eröffnet, die seit einiger Zeit auch zum SwinGolf einladen.

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Der Restaurantbereich ist – anders als das alte Backsteingemäuer vermuten lässt – lichtdurchflutet und sehr edel. Historische Landhaus-Idylle vereint mit gut umgesetztem modernem Lifestyle.

Seit Thomas Bartmann den Betrieb übernommen hat, sind seine Eltern eher im Hintergrund tätig. „Ich sorge dafür, dass alles stimmig und in Ordnung ist. Und kontrolliere die Hotel-Zimmer“, sagt Elisabeth Bartmann und grinst. „Bei mir muss jeder Stuhl gerade stehen, alles ganz exakt und genau.“ Pünktlich, sauber, ordentlich, diszipliniert. „Die preußischen Tugenden eigentlich“, beschreibt Thomas Bartmann seine Mutter. Natürlich sei es nicht immer einfach, mit der eigenen Verwandtschaft zusammen zu arbeiten, erklärt Elisabeth Bartmann: „Es gibt schon mal Meinungsverschiedenheiten. Aber ich sage immer: Man muss über alles reden!“

Die 24 Zimmer des Hotels sind jeweils individuell designt. Großen Wert wird aber auch auf eine saisonale, regionale und vor allem exquisite Küche gelegt. Sie ist das Revier von Reinhard Drees. Seit vier Jahren arbeitet er im Landhotel Bartmann und hat den à la carte-Bereich aufgebaut. Sieben Tage die Woche gibt es hier eine Mischung aus saisonalen, raffiniert umgesetzten Klassikern und eigenen Kreationen. „Regionale und saisonale Zutaten sind wichtig für frische und hervorragende Gerichte. Die Karte wechselt alle vier bis sechs Wochen“, sagt Reinhard Drees und erklärt mir, dass auch das ein Grund war, warum er wollte, dass sich das Landhotel dem Münsterland-Siegel anschließt.

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Heute gibt es ein ganz besonderes Gericht: Schweinesteak. Aber nicht das alltägliche, sondern eines vom Bunten Bentheimer Schwein – und natürlich in Bio-Qualität. „Den Hof, von dem wir das Schweinefleisch bekommen, habe ich selbst aktiv gesucht. Ihn betreibt ein Landwirt aus Bad Laer. Natürlich beziehen wir auch viele Zutaten über den Großmarkt, aber man findet viele regionale Anbieter direkt in seiner Umgebung“, sagt Reinhard Drees. Die meisten Kontakte seien über Mund-zu-Mund-Propaganda entstanden. So laufe das eben hier im Münsterland.

In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal auch eine Auszubildende in der Küche. „Der Beruf des Kochs ist meiner Meinung nach einer der schönsten. Es geht doch um das Schönste im Leben: Essen. Und Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen“, so Reinhard Drees. „Trotzdem ist der Beruf gerade für junge Menschen unattraktiv“. Man arbeite, wenn andere sich amüsieren und ihre Freizeit genießen. Auf dem Land ausgebildete Köche zu finden, sei  beinahe unmöglich.

„Wir müssen es schaffen, den Berufsstand wieder attraktiver zu gestalten“, sagt Drees. Eine offene und entspannte Arbeitsatmosphäre sei dafür besonders wichtig – und das werde hier im Landhotel auch geboten. Während seiner Ausbildung sei der Ton in der Küche noch rauer gewesen, sagt Drees. Das habe sich heute zum Glück weitestgehend geändert.

Direkt neben der Eingangstür des Landhotels liegt ein prall gefülltes Gästebuch mit reihenweise Grüßen und Danksagungen an die Küche. Mal Hochzeits-, Tagungs- oder Hotelgäste und auch internationales Publikum. Es scheint den Gästen zu schmecken und ich bin neugierig auf die Zubereitung.

Zum Schweinerückensteak soll es ein Ragout von frischen Pilzen und Tomatenwürfeln in Sherryrahmsauce und Speckbratkartoffeln geben. Hört sich vielversprechend an. Als das Steak schon scharf in der Pfanne angebraten wird, bekomme ich schon eine erste Vorahnung auf das Ergebnis.

„Das Kunststück ist es, das Fleisch nur kurz bei voller Hitze anzubraten. So bekommt man die Röstaromen. Gegart wird es anschließend im Backofen, damit es schön zart bleibt“, erklärt Reinhard Drees. Pilze, Lauch und frische Kräuter dünsten auf leichter Hitze auf dem Herd. Mit einem Schuss Sahne bilden sie das Gemüsebett für das saftige Bentheimer Steak.

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Die ganze Küche duftet schon überwältigend, und ich kann es kaum erwarten zu probieren. Wer im Landhotel das schnelle All-you-can-eat-Buffet sucht, wo Masse statt Klasse zählt, ist hier definitiv falsch. Fazit: Hervorragendes Essen in einem edlen Ambiente und ländlichem Idyll.

Weitere Impressionen:

Landhotel Bartmann
Bracht 3
48324 Sendenhorst

Telefon: +49 (0)25 26 – 12 28
Fax: +49 (0)25 26 – 46 75

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Text: Maren Kuiter – Fotos: Maren Kuiter / Landhotel Bartmann

 

 

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