Gourmet-Sonntag bei Familie Wilger

Genießen, schwelgen, schlemmen, naschen … dabei flanieren und entdecken: Im Zeichen des puren Geschmacks hatte das Familienunternehmen Edeka Wilger aus Borken jetzt zum Gourmet-Sonntag in den Vennehof eingeladen. Von mittags bis abends durften die Gäste in der ausverkauften Stadthalle jedwede Köstlichkeit probieren, die die 50 Mini-Kochstudios anboten.

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Wo soll man da bloß anfangen?! Tatsächlich verschaffe ich mir erstmal einen Überblick, was nicht den ersten Schlangen vor den Stationen, sondern der überwältigenden Auswahl geschuldet ist. Während die zielstrebigsten Genießer bereits mit Muscheln, Kalbsbraten, Antipasti oder Roastbeef freie Tische anvisieren, schließe ich mich dem Strom der Augenschmaus-Gourmets an. Schwungvolles Garnieren von Paprika mit Senfhonig, sorgsames Drapieren von Lachs auf warmem Weißbrot, fließendes Platzieren von Spiegelei auf hauchzartem Schinken – alleine den geschickten Mitarbeitern zuzusehen ist ein Genuss für sich.

Allzu lange können die vielen Gäste den Verlockungen jedoch nicht widerstehen, so dass es zu kunstvollen Balanceakten entlang der Flaniermeile kommt, die überraschenderweise ohne Saucenflecken auf Sonntagsstaat vollzogen werden. Überhaupt: Es herrscht eine entspannte Atmosphäre.

So gelingt es dann auch schnell, im Gewoge der vielen hundert Gäste einen der Verantwortlichen des Tages ausfindig zu machen: Bernd Wilger beobachtet gerade am Rande der Bühne die Vorführung der Fleischersommeliers Oliver Oostendorp und Louis Rottstegge. Die Edeka-Mitarbeiter präsentieren dort das professionelle Zerlegen eines westfälischen Weiderindrückens.

Denn auch solcher Service gehöre zur Philosophie der beiden Märkte, erklärt der 27-jährige Junior von Geschäftsführer Hubert Wilger. „Kunden können bei uns im Haus auch selbst ausgewählte Fleischstücke reifen lassen und dann passgenau abholen. Das wird zu verschiedenen Feiertagen sehr gerne genutzt“, sagt Bernd Wilger.

Den Gourmet-Sonntag hat er dieses Jahr – es ist die dritte Veranstaltung seit 2017 – erstmals federführend geplant. Und die Premiere scheint glänzend zu laufen, oder? „Die Vorbereitungszeit von etwa vier Monaten hat sich mehr als gelohnt“, freut sich Bernd Wilger und erklärt direkt: „Das alles ist aber nur dank des Einsatzes des gesamten Teams möglich. Wir arbeiten heute mit der vollen Besatzung, alle Mitarbeiter sind am Start.“

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Ein tolles Team (v.l.): Hubert, Elisabeth, Bernd und Heiner Wilger.

Innerhalb von elf Tagen war die Veranstaltung ausverkauft, so dass die Organisatoren sowie das Kreativ-Team der Köche schon mit einem großen Erfolgserlebnis in die letzte Vorbereitungsphase starten konnten. Die angebotenen Spezialitäten aus dem Hause Wilger – welches alleine 16 der 49 Gourmet-Stationen bestückte – waren konsequenterweise auch eine Kombination aus Team-Ideen und Kundenwünschen.

„Ich schreibe schon die ganze Zeit heute fleißig mit und sammle erste Ideen für nächstes Jahr“, verrät Bernd Wilger lächelnd. Aber Pulled Lachs, Piña Colada to eat oder Stew vom Irish Beef wollen erstmal übertroffen werden…

Eins, so Bernd Wilger, spüre man bei dem Event eben deutlich: „Die Leute haben einfach Lust auf gutes Essen!“ Und dieses kommt bei Familie Wilger bevorzugt von regionalen Händlern. Nicht umsonst sind sie seit acht Jahren Mitglied beim Münsterland-Siegel: In den beiden Borkener Märkten finden sich Produkte aus regionaler Herstellung nicht in Nischen abseits der großen Regale, sondern immer mittendrin.

Auf der Flaniermeile in der Stadthalle findet man zum Beispiel Wilgers Käsecracker neben Spezialitäten aus der Biomolkerei Söbbeke. Die stadtbekannte, weil täglich selbst in den Filialen hergestellte Münsterländer Herrencreme ist ebenso vertreten wie gegartes Filet oder Rindscreme aus regionalem Fleisch. Dieses schätzt auch Matthias Rulle, Inhaber des Brauhaus Stephanus in Coesfeld, der mit seiner Familie und Freunden einen privaten Schlemmer-Tag genießt.

Nicht ohne den ein oder anderen Blick auf die Künste der Kollegen natürlich. „Mein Team und ich haben neulich den Hof Kragemann in Bocholt besucht. Das Fleisch der Wasserbüffel gibt’s hier heute auch, das ist nur zu empfehlen“, schwärmt Matthias Rulle, dessen Speisekarte ebenfalls einen Großteil von Gerichten enthält, die mit dem Münsterland-Siegel ausgezeichnet sind. Am Gourmet-Sonntag schätzt er vor allem die „super Auswahl und dass alles so easy abläuft“.

Da hat er Recht und ich lasse Matthias Rulle weiter sein Essen genießen. Mal sehen, was die Getränkeauswahl so bereithält. Vorweg: Was darf bei jedem original Münsterländer Festschmaus nicht fehlen? Richtig: der Feinbrand von Sasse. Am Stand der Schöppinger Destillerie schenken Mitarbeiterin Judith Dirksen und Destillateur Hendrik Viefhues gerade Amérie aus, einen Aperitif mit Waldbeeren sowie Himbeeren vom Hof Grothues-Potthoff in Senden. Aber Moment mal, getreu der saisonalen Ausrichtung ist die rote Köstlichkeit doch erst wieder ab April erhältlich – ich habe neulich selbst noch vergeblich nach einem Fläschchen Ausschau gehalten.

Hendrik Viefhues grinst: „Ja, das stimmt. Deswegen hatten wir extra eine gewisse Menge für heute zurückgehalten. Aber auch die Nachfrage nach Lagerkorn ist groß. Das ist einfach unser Steckenpferd, damit sind wir groß geworden.“

Für alle, die die Zeit bis zur neuen Amérie-Edition mit etwas Süßem überbrücken möchten, hat Destillateur Viefhues übrigens einen super Tipp: den Bio-Likör „Kakao mit Nuss“ zum Topping für Vanilleeis umfunktionieren.

Apropos Eis: Ich muss unbedingt mal ins Erdgeschoss, wo die Dessert-Abteilung mit ihren Versuchungen lockt. Unübersehbar mit seiner rot-weißen Markise macht der Stand der Eis Lounge Maria Veen Lust auf Frühling.

Während ich noch überlege, ob es Herrencreme oder doch Vanille sein soll, zerrt eine Besucherin neben mir ihren Begleiter enthusiastisch zur Theke. „Hier gibt´s das geilste Eis ever! Wir sind dafür mal extra aus Altenberge nach Maria Veen gefahren.“ Äh, den ökologischen Fußabdruck lassen wir kurz außer Acht und freuen uns einfach mit dieser glücklichen Kundin, ok? Denn sie hat ja Recht: Das hausgemachte Eis aus natürlichen und regionalen Zutaten wird in dem Inklusions-Betrieb gerne auf Kundenwünsche abgestimmt.

„Im Winter ist zum Beispiel das Stippmilch-Eis mit karamellisiertem Pumpernickel oft nachgefragt worden. Und zum Frühling hin arbeiten wir gerade an einem Waldmeister-Eis. Diesen Wunsch haben nämlich schon viele Gäste geäußert“, verrät Christian Litwa, stellvertretender Betriebsleiter. Wichtig bei der Entwicklung: Es läuft möglichst ohne künstliche Zusatzstoffe ab. „Delfin- oder Schlumpfeis wird es bei uns nicht geben. Das ist nicht unsere Philosophie“, erklärt Litwa lächelnd.

Nach einer köstlichen Kugel Herrencreme – übrigens komplett ohne Alkohol, nur mit Rum-Aroma – schlendere ich vorbei an Gebäck-Kreationen in Richtung des wunderbaren Röstaromas. Der Stand von Imping Kaffee aus Bocholt wartet mit einem Eyecatcher auf: Die Kaffeespezialitäten werden an der Rückseite einer Piaggio Ape Jahrgang 1969 kredenzt. Dieses dreirädrige Rollermodell hat Rolf Kampshoff, der mit seiner Schwester Ute das Unternehmen auf Märkten und Messen präsentiert, selbst restauriert.

Da er ein Faible für Historisches mit modernem Ambiente hat, empfiehlt Rolf Kampshoff unbedingt einen Besuch des Imping-Neubaus. Diesen hat das 1875 gegründete Bocholter Traditions-Unternehmen 2018 in Betrieb genommen. Ist notiert, ich statte dem Kreis Borken gerne bald mal wieder einen Besuch ab.

Während die Gäste nach dem opulenten Mittagessen mittlerweile in Richtung Kaffee und Kuchen, Pralinen und Eis strömen, entdecke ich Hubert und Elisabeth Wilger im angeregten Gespräch mit einigen Stammkunden. Nach einer herzlichen Verabschiedung nimmt sich die ganze Familie – auch Bernds Bruder Heiner ist tatkräftig am Erfolg der Veranstaltung beteiligt – noch Zeit für ein Foto. Und lässt sich kurz danach gerne wieder in Gespräche über Münsterländer Weiderind, Streuobstwiesensäfte oder westfälischen Knochenschinken verwickeln.

An der Garderobe höre ich im Vorbeigehen, wie sich zwei Jungs über den gelungenen Event unterhalten. „Meine Oma würd’ sagen: Wir haben gegessen für ‘ne Woche!“ Dem ist tatsächlich nichts hinzuzufügen.

PS: Ab dem 1. März gibt es ein Video der Veranstaltung auf dem Youtube-Kanal von Edeka Wilger.

Weitere Impressionen:

H. Wilger GmbH
Boumannstraße 6
46325 Borken

Telefon: +49 (0)28 61 – 90 50 0
Fax:         +49 (0)28 61 – 90 50 99

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Text und Fotos: Miriam Lethmate

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