Ist Weihnachten vorbei, freut man sich im Münsterland auf eine besondere kulinarische Tradition zwischen den Jahren: das Piepkuchen-Backen – in anderen Regionen auch als Eiserkuchen oder Neujahrshörnchen bekannt. Der münsterländische Name rührt tatsächlich von dem Geräusch her, das der Teig in den traditionellen Eisen früher machte, wenn alles über dem offenen Herdfeuer zusammengedrückt wurde. Genau, ein heller Piepton.
Die Form der Küchlein ist je nach Familienrezept unterschiedlich, mal wird der Teig nach dem Backen in Hörnchen gerollt, mal vorher platt gedrückt – köstlich ist es ohnehin.
Ich darf euch heute das Rezept von Viktoria Voß von Eickenbecks Hofgenuss aus Rinkerode verraten. Eine Besonderheit ist dabei die kleine Abwandlung des ursprünglichen Rezepts durch die Zugabe von Lupinenmehl.
„Meine Oma hat die Eiserkuchen früher immer für uns Enkelkinder gebacken und wir saßen alle rund um das Waffeleisen und haben Weihnachtslieder gesungen. Als ich das Rezept wiederentdeckt habe, habe ich mich total gefreut und mich an diese schöne Zeit erinnert“, erzählt Viktoria, deren Schwiegermutter und Kollegin ein ähnliches Rezept haben. „Die Waffeln schmecken genauso, daher denke ich, dass das Grundrezept bei vielen Familien ähnlich ist.“
Die Hörnchen wurden übrigens in speziellen Eiserkucheneisen gebacken, die mit Initialen oder religiösen Darstellungen verziert waren. Heutzutage und ohne Herdfeuer kann man ein „normales“ Waffeleisen verwenden, denn eigentlich geht es ja um das gemeinsame Backen und die Geselligkeit zu Silvester und Neujahr.

Rezept für 20 Eiserkuchen mit Lupinenmehl:
Zutaten:
- 250 g Zucker
- 200 g Butter
- 2 Eier
- 1 Prise Salz
- Zimt nach Belieben
- 170 g Weizenmehl
- 80 g Lupinenmehl von Eickenbecks Hofgenuss
Zubereitung:
Zucker in ¼ Liter Wasser aufkochen und anschließend von der Kochstelle nehmen.
Butter in der Lösung zergehen lassen.
Wenn die Masse abgekühlt ist, Mehl, Eier, Zimt und Salz hinzufügen.
Wichtig: Der Teig sollte dickflüssig sein. Falls nicht, etwas Weizenmehl hinzufügen.
Anschließend wenig Teig in das Eisen geben, damit die Waffeln nicht zu dick werden.
Die Eiserkuchen nach und nach ausbacken und direkt mit einem Waffelkegel oder einer Gabel zu Hörnchen rollen.
Wer es süß mag, tunkt die Hörnchen in Kuvertüre oder bestreut sie mit Puderzucker.
Guten Appetit wünschen das Team von Eickenbecks Hofgenuss und Paula Pumpernickel!
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