Rheines Honiglikör

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Zusammenhalt (v.l.): Eva, Pia-Vera, Markus und Marie-Sophie Linnenbaum.

Den eigenen Kindern ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen, ist für die meisten Eltern eine tägliche Herzensangelegenheit. Markus und Eva Linnenbaum aus Rheine haben sich diese Fürsorge zum Lebensinhalt gemacht – privat wie beruflich.

2018 gestalteten sie ihr Leben neu und gründeten ein kleines Unternehmen mit Imkerei, um ihrer Tochter in einigen Jahren einen Arbeitsplatz bieten zu können. Die 13-Jährige mit Handicap hilft schon jetzt aktiv in der Imkerei mit und stärkt somit nicht nur ihre motorischen Fertigkeiten, sondern vor allem auch ihr Selbstwertgefühl.

„Wir haben unsere Tochter immer vorsichtig an vieles herangeführt, wovor sie Angst hatte. Der Kontakt mit Tieren hilft da ganz toll“, erzählt Markus Linnenbaum, Inhaber von „Rheines Honiglikör“. Der Familienbetrieb soll dafür sorgen, dass Marie-Sophie später nicht in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeitet, sondern in Begleitung ihrer Eltern ein eigenständiges Leben führen kann.

Erste Erfolge wurden schnell sichtbar, nachdem die Familie einen Therapiehund bekommen hatte. Später zogen fünf Hühner in einen Stall im elterlichen Garten ein und das Mädchen stellte sich weiteren Ängsten. Heute kann die 13-Jährige problemlos Eier einsammeln oder das Futter inmitten des wuseligen Federviehs verteilen.

Markus Linnenbaum, hauptberuflich in der Altenpflege tätig, ging daraufhin konsequent den nächsten Schritt: „Wir wollten weiter mit Tieren arbeiten, aber auch etwas Nützliches aufbauen.“ Und so kamen die Bienen.

Während einer Wallfahrt lernte Linnenbaum von einem Bruder des Kapuzinerordens die spannenden Facetten der Imkerei kennen. Vorsichtig tastete sich die gesamte Familie an das naturnahe Hobby heran. Ein halbes Jahr später wurde der erste Honig im eigenen Garten geschleudert. Marie-Sophie und auch ihre Schwester Pia-Vera ziehen sich mittlerweile am Wochenende gern den Imkeranzug über und packen beim Familienhobby tatkräftig mit an.

Das Projekt ist eine Herzensangelegenheit der gesamten Familie: Einen Teil der Erlöse spendet sie der Christiane-Herzog-Schule in Neuwied, eine Schule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung, wo Marie-Sophie während der Woche im Internat lebt.

Aushängeschild des Betriebes ist der Likör , denn dieser ist durch seinen sehr hohen Honiganteil von 56 Prozent und nur eine Handvoll Zutaten eine regionale Besonderheit. Zudem sind die Produkte aus Rheine-Hauenhorst, darunter Honigmet und Blütenpollen, nun auch mit dem Münsterland-Siegel ausgezeichnet.

Der Regionalität hat sich Linnenbaum ohnehin verschrieben, bietet er doch seine Produkte in einem so genannten Regiomaten an: In diesem gekühlten Automaten auf seinem Grundstück in Hauenhorst  finden sich Honig und Blütenpollen (aber, natürlich im Sinne der Kinder, kein Alkohol), sowie Molkereiprodukte oder Wurst anderer Betriebe aus dem Münsterland.

Auf Messen oder Märkten präsentiert die Familie ihre fleißigen kleinen Mitarbeiterinnen in Waben im Glaskasten und Linnenbaum erfreut sein Publikum dabei mit spannenden Live-Berichterstattungen aus dem Bienenstock.

Die Herstellung der regionalen Produkte verbunden mit dem Gesamtkonzept des kleinen Familienunternehmens ist für Markus Linnenbaum also keine Arbeit im eigentlichen Sinne. Er sieht darin die Zukunft seiner Tochter und kann seine besondere Aufgabe dadurch noch mehr genießen.

Rheines Honiglikör
Hessenweg 42
48432 Rheine

Telefon: +49 (0)151 – 10026036

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Anfahrt:

Text und Fotos: Miriam Lethmate

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