Kaminpicknick in der Weissenburg

Der große, über hundert Jahre alte Kamin in der Wirtschaft des Restaurants Weissenburg verströmt absolutes Münsterland-Flair. Die mehr als 40 Gäste des winterlichen Picknicks können sich hier kurz aufwärmen und einen Eindruck von dem Hotel erhalten, das in vierter Generation von der Familie Niehoff geführt wird. Doch vor diesem romantischen Kamin ist natürlich nicht genug Platz für Picknick, Lesung und Musik. Wie passend, dass in fast jedem Saal der Weissenburg (und das sind einige) ein wärmendes Kaminfeuer prasselt.

Der Münsterland e.V. hatte nach Billerbeck eingeladen zum Abend mit regionalen Leckerbissen aus der Picknickkiste inklusive Münsterländer Winterpunsch der Feinbrennerei Sasse (Rezept hier), skurillen Geschichten des Telgter Autors Christian Nachtigäller und Jazzmusik von „Two Blue“ mit Uwe Seyfert und Stephan Niedenführ. Es war ein rundum gelungener Abend und ich lege euch die letzte Veranstaltung der Reihe ans Herz: Am 7. März im Bürgerzentrum Hof Hesselmann in Münster, ebenfalls mit den genannten Künstlern. Die Tickets habe ich euch unten verlinkt.

Aber erstmal zurück in die Baumberge, dem höchsten Höhenzug im flachen Münsterland. Hier liegt die Weissenburg idyllisch am Hang mit Blick auf die zwei Türme des Ludgerus-Doms in Billerbeck.

Im Restaurant legt man großen Wert regionale, saisonale Speisen, gerne nach Münsterländer Rezepten mit raffinierter eigener Handschrift. Bereits seit acht Jahren ist die Weissenburg Mitglied im Münsterland-Siegel. Dieses tragen Restaurants, die für die ausgezeichneten Speisen mindestens 80 Prozent ihrer Hauptzutaten aus dem Münsterland beziehen. Weiterhin kennzeichnet es Produkte, die nachweislich hier geerntet, prodzuziert oder maßgeblich veredelt wurden.

In den Picknickkisten fanden die Gäste daher regionstypische Speisen wie Feldsalat mit Kartoffel-Speck-Dressing, Mettendchen, Herrencreme und Quarkspeise mit Pumpernickel und Kirschen. Küchenchef Tinus Niehoff wollte die Gäste zusätzlich verwöhnen und servierte den Hauptgang des Picknicks direkt aus der Küche: Pfefferpotthast mit Rote-Bete-Salat – einfach köstlich. Selbstverständlich gab es Picknick und Hauptspeise auch als vegetarische Variante.

Verfeinert wurde das Kaminpicknick durch das kulturelle Programm. Christian Nachtigäller hatte Kostproben aus seinem Buch „Alltagsheld – Geschichten vom alltäglichen Wahnsinn und wahnsinnigen Alltag“ dabei. Egal, ob er dabei eine Fahrradtour, einen Gourmet-Restaurantbesuch oder eine Schützenfestteilnahme wider Willen erdulden darf, sind sowohl Erzähler als auch Zuhörer:innen immer nur einen winzigen Schritt vom Abgrund des Irrsinns entfernt.

So erklären sich groteske Begegnungen wie jene zwischen Klapprad, Olivenöl und Bürostuhl. Auch erkennt man plötzlich die Dehnbarkeit des Begriffs „Teller“, da essentiell abhängig vom Ort des Verwendens – besonders im Restaurant. Wenn die Begleitung des romantischen Abends gefühlt auch noch das heimliche Kind von Al Bundy und Else Tetzlaff ist, kann man dem alltäglichen Wahnsinn sowieso nicht mehr entrinnen.

Passend zu den jeweiligen Geschichten untermalten Saxophonist Uwe Seyfert und Gitarrist Stephan Niedenführ die gute Stimmung mit Klassikern wie „Raindrops keep fallin‘ on my head“, „Ja, mir san mit’m Radl da“ oder „Azzurro“.

Druch das tolle Zusammenspiel aller Beteiligten war es ein wirklich unterhaltsamer und geschmackvoller Abend!

Tickets für das Kaminpicknick am Do., 07.03., ab 18 Uhr in Münster gibt´s hier.

Weitere Eindrücke vom Abend im Hotel-Restaurant Weissenburg:

Text und Fotos: Miriam Lethmate


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