Kaffeerösterei Küper

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„Wie wär´s zuerst mal mit einem frischen Kaffee am Morgen?“, fragt uns Ingrid Küper mit einer herzlichen Einladung herein zu kommen. Es ist neun Uhr und das ist gerade genau das Richtige! Ich betrete die Rösterei. Es ist wohlig warm und der Duft von frisch geröstetem Kaffee ist einfach unschlagbar. Ob Latte Macchiato, Espresso, Eiskaffee oder einfach schwarz ohne Milch und Zucker. Kaffee ist oft eine genussvolle und willkommene Hilfe um in den Arbeitsalltag zu starten. So geht es auch mir, aber Kaffee ist schon längst zu einem sozialen Phänomen geworden. Deshalb freue ich mich besonders, dass Ingrid und Josef Küper mir heute ihre Kaffeerösterei zeigen. Sie ist in Heiden, nahe der holländischen Grenze und mitten auf dem Land. Die Produktionshalle ist umgeben von Fischteichen und einer saftig grüne Weide, auf der vereinzelt ein paar Hühner herumstolzieren und neugierige Schafe am Gatter stehen. „Früher war dies auch ein landwirtschaftlich genutzter Hof“, erzählt mir Josef Küper.

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Mit einer großen Portion Unternehmergeist und seiner Leidenschaft für Kaffee fing es damals an. In einem Nebengebäude des elterlichen Hofes hat Josef Küper gemeinsam mit seiner Frau Ingrid 2009 die Privatrösterei eingerichtet. Was nach den Verbrauchszahlen zu urteilen nach einem Selbstläufer klingt, ist das Ergebnis harter und beharrlicher Arbeit. „Viele Verbraucher kennen nur den Kaffee aus dem Supermarkt und sind an den Geschmack gewöhnt. Kaffee hat aber so viele unterschiedliche Aromen. Er kann zum wahren Genuss werden“, sagt Josef Küper. Denn während Wein etwa 400 verschiedene Aromastoffe besitzt, hat Kaffee sogar mehr als 800 Aroma-Komponenten.

Der Kaffeegürtel…

Der Kaffeebaum mag die frostigen Temperaturen im Münsterland nicht und wächst natürlich nicht in der Region. Den bezieht Josef Küper aus dem sogenannten „Kaffeegürtel“ rund um den Äquator, das sind Länder wie Indien, Mexiko, Costa Rica, Vietnam oder Brasilien. Obwohl es mehr als 100 Sorten der Kaffeepflanze gibt, werden für den weltweiten Kaffeeanbau hauptsächlich nur zwei verwendet: Arabica (Coffea arabica) und Robusta (Coffea canephora). Josef Küper röstet Kaffee aus Latein- u. Südamerika, Afrika, Indien und Indonesien. Die Bohnen bezieht er direkt vom Rohstoffhändler Michaelis aus Bremen, wo die Säcke frisch vom Schiff kommen. Bestellt wird nach Bedarf und Nachfrage. Die Kaffeehändler für kleine Privatröster garantieren beste Qualiät, die vorab geprüft und kontrolliert wird. Josef Küper bestellt einmal im Monat bei seinen Lieferanten und wird per Spedition beliefert. „Wir haben auch einen Projektkaffee im Programm. Das heißt, dass wir die Kaffeebohnen von einer Art Genossenschaft in Lampocoy in Guatemala beziehen. Der Kaffee wird direkt gehandelt und macht nicht den Umweg über die Börse. Dadurch liegen die Löhne der Bauern um ca. 35% über dem Weltmarktniveau.“, erklärt er.

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Josef Küper rückt einen großen Kaffeesack auf sein Rollbrett. „60 bis 70 Kilogramm sind das. Für einen Röstvorgang, wiege ich jetzt 15 Kilogramm Rohkaffee ab“, sagt er und schiebt anschließend die abgewogene Menge zu seinem Röster mitten in der Rösterei. Die Bohnen sind hell und grün. Sie riechen nach frischem Getreide. „Erst durch das Rösten entfaltet sich das ganze Aroma der Kaffeebohne“, erklärt Josef Küper. Dafür ist sein Geschick gefragt, denn die Qualität des Kaffees hängt von einem guten Auge und einem guten Gespür ab, wann der Kaffee aus der heißen Rösttrommel raus muss. Das Gespür hat sich Josef Küper über die Jahre angeeignet. Auf einem Röstseminar in der Nähe von Bitburg hat er vor Jahren die Grundlagen gelernt. Je nach Sorte, Qualität, Fettgehalt, Trocknungsgrad oder Größe der Bohnen ist die Röstzeit unterschiedlich lang.

Der Duft von frischem Kaffee…

Im Innern der Röstmaschine rotiert eine Trommel, die von einer Gasflamme beheizt wird. Bis zu 200 Grad herrschen im Kessel. „Die Röstung dauert zwischen 20 und 23 Minuten. Das ist länger als bei Industriekaffee, der schon in drei bis fünf Minuten fertig ist. Die langsame Röstung ist für die Bohnen schonender und bewirkt, dass der Kaffee magenfreundlich und bekömmlich ist. Die unbekömmliche Säure (Chlorogensäure) in der Kaffeebohne können wir bis zu ca. 80 %  herausrösten, was die Industrie nicht immer schafft“, erklärt Josef Küper.

Mit einem Probenzieher nimmt er immer wieder einzelnen Bohnen heraus, kontrolliert ihre Farbe und ihren Röstfortschritt. Sobald der gewünschte Röstgrad erreicht ist, öffnet er die Trommel und schüttet die Bohnen auf das darunterliegende Metallsieb. Jetzt haben sie die bekannte schokobraune Farbe. Der Rührarm der Maschine hält die heißen Bohnen in Bewegung,  damit sie schnell auskühlen und nicht nachrösten. Nachdem die Bohnen abgekühlt sind, wird der Kaffee im Entsteiner auf mögliche Fremdteile und Steine überprüft.

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Hinter uns steht ein hölzerner Schrank mit vielen Schütten. Den hat Josef Küper selbst entworfen und von einem Schreiner aus Heiden bauen lassen. „In dem Schrank befinden sich die fertig gerösteten Bohnen, natürlich je nach Sorte in einer eigenen Schütte“, erklärt er. Per Hand wird der Kaffee aus den Schütten dann abgepackt, versiegelt und verkauft. Zu kaufen sind die verschiedenen Sorten der Rösterei Küper bei einigen Handelspartnern direkt in der Umgebung, wöchentlich auf dem Markt in Heiden und auch in ihrem Shop auf ihrer Webseite. Doch jetzt machen wir erstmal Kaffeepause.

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Was Nachhaltigkeit für die Kaffeerösterei Küper bedeutet, findet ihr hier.

Weitere Fotos:

Kaffeerösterei Josef Küper
Borkener Str. 31a
46359 Heiden
Tel. 02867-9080015

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Unbenannt-1Fotos und Text: Maren Kuiter

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