Herzensprojekte bei Imping Kaffee

Die Idee schwirrte eine halbe Nacht in seinem Kopf umher: eine Gruppe, sehr viel Durchhaltevermögen und ein wunderbarer Grund. Nach dieser unruhigen Nacht rief Mike Novak frühmorgens seinen Kumpel Alexander Elskamp an und sagte: „Ich fahre mit!“

Eigentlich hatte Alexander Mike nur gefragt, ob dessen Unternehmen Imping Kaffee Lust hätte, einen Sponsoringbeitrag zu seiner Radtour zu leisten. Alexander macht sich nämlich am 28. April mit einem Team der Edeka-Zukunftsstiftung auf den Weg von Bocholt nach München. 700 Kilometer in sechs Tagen. Mit dem Rad und zwar für benachteiligte Kinder in NRW. Viele Unternehmen aus der Region spendeten – Mike Novak, selber Vater von fünf Kindern, wollte noch ein bisschen mehr tun.

Sarah und Mike Novak

„Dieser Gedanke hat ihn nicht losgelassen“, sagt seine Frau Sarah Novak lächelnd, während wir im Café Imping zusammensitzen und einige köstliche Heißgetränke und ein Frühstück genießen. „Sonst bin ich ja immer die mit den spinnerten Ideen. Nach dieser schlaflosen Nacht war klar, dass Mike das machen muss“, so Sarah.

Das Paar hat gemeinsam bereits mehrere soziale Projekte in Kaffeeanbaugebieten unterstützt, nimmt sich wie selbstverständlich die Zeit dafür, im globalen Süden vor Ort zu helfen. Natürlich ist solch ein Engagement nicht selbstverständlich. Aber Sarah und Mike Novak brennen für Themen, die ihnen wichtig sind, und geben am Ende immer das Quäntchen mehr, das bei anderen fehlt, um ein Vorhaben wirklich durchzuziehen.

Also, fünf Wochen Vorbereitungszeit – die anderen trainieren seit sechs Monaten – für die 700-Kilometer-Tour mit insgesamt 5000 Höhenmetern? Mike ist eben ein echter Münsterländer: Radfahren bei jedem Wetter. „Morgens gegen Regen und Wind anzukämpfen geht schon aufs Gemüt“, sagt Mike, doch Sarah ergänzt sofort: „Er ist da total eisern. Ich bewundere auch seinen Mut.“

Die „Tour der Chancen“ der Edeka-Zukunftsstiftung ist auf Initiative des Bocholter Kaufmanns Alexander Elskamp ins Leben gerufen worden, neun Kaufleute aus der Region nehmen teil. Mittlerweile sind 42 Sponsoren dabei, die sich für je 707 Euro – die exakte Anzahl der zu fahrenden Kilometer – einen Platz auf den Trikots gesichert haben.

Alle Spenden gehen an den Kinderschutzbund Essen zur Unterstützung beim Bau eines Kinderschutzhauses und von Lernpatenschaften sowie an die Stiftung Kinderglück in Dortmund, die eine Grundschule mit Fahrrädern ausstattet.

„Wenn man sich mal überlegt, dass es für viele der Kinder ein unbezahlbarer Luxus ist, ein eigenes Fahrrad zu besitzen … das ist doch unfassbar“, fasst Mike einen der vielen Gedanken in Worte, die ihn zur Teilnahme bewogen haben.

Sarah in der Ewaldi Community School. Foto (c) S. Novak

„Glücklicherweise haben wir fünf gesunde Kinder, dafür sind wir super dankbar. Viele Kinder haben dieses Glück aber nicht, viele haben fürchterliche Dinge erlebt“, erinnert sich Sarah an ihre große Reise nach Uganda vor drei Jahren, die einige Veränderungen in ihrem Leben bewirkte.

Der Ewaldi Children Education Fund, eine Kooperation von Menschen aus der Kirchengemeinde St. Josef Bocholt und dem Distrikt Nakaseke in Uganda, setzt sich seit 20 Jahren für Kinder ein, denen das Leben massiv Steine in den Weg gelegt hat. Die Unterstützer:innen konnten eine Schule bauen, viele Menschen haben Schulpatenschaften übernommen, so auch Sarah. „Ich habe mich damals spontan entschieden, weil ich wusste: Ich muss da hin!“, sagt sie über eines ihrer Herzensprojekte.

Vier Patenkinder, deren schulische Ausbildung sie finanziert, hat Sarah seit ihrer Reise nach Uganda. Foto (c) S. Novak

Innerhalb von nur drei Wochen bereitete sie die 14-tägige Reise vor. Zurückgekommen ist die 42-Jährige mit vier Patenschaften für Kinder aus der Ewaldi Community School und einem Buch, in dem sie über ihre berührenden Erlebnisse berichtet. „So etwas lässt dich nicht mehr los“, sagt Sarah. Auf die medizinischen, sanitären, infrastrukturellen oder klimatischen Gegebenheiten könne man sich einstellen. „Nicht aber auf das Emotionale.“ Tagtäglich mit vierhundert Kindern zusammen zu leben, die aus teilweise erschütternden Verhältnissen stammten, war für Sarah eine herzergreifende Erfahrung.

„Manche Kinder besaßen nur einen Blechkoffer mit einem Paar Schuhen drin. Und wir machen uns hier Gedanken, zu welchem Anlass wir welche unserer vielen Schuhe anziehen.“

In Uganda können die Kinder nicht überlegen, welche Schuhe sie zu ihrem heutigen Outfit anziehen sollen. Foto (c) S. Novak

Im Herbst wird sie mit ihrem Mann und der jüngsten Tochter erneut nach Uganda reisen, um dort Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. „Wir möchten ein Kaffeeprojekt ankurbeln, damit die Eltern der Kinder auch in Arbeit kommen.“

Wer von hier aus helfen möchte, kann das am leichtesten mit dem Kauf eines Projektkaffees von Imping tun. Beim Uganda Crema fließen von jedem verkauften Kilogramm vier Euro in das Schulprojekt. Sarah und Mike Novak leisten auch soziale Hilfe in Herkunftsländern wie Guatemala, El Salvador oder Nicaragua. Beim Skate-Aid-Kaffee gehen z.B. je zwei Euro pro Packung an Titus Dittmanns Skate-Aid-Stiftung. Und beim Hilfsprojekt Santa Casa wird mittellosen Menschen in Brasilien kostenlose medizinische Versorgung ermöglicht, da es dort keine staatliche Krankenversicherung gibt. Hier könnt ihr euch die Kaffeesorten bestellen.

Es ist wirklich eine große Freude, Sarah und Mike zuzuhören, wenn sie von den vielen Möglichkeiten erzählen, die sie in Hilfe zur Selbsthilfe umgewandelt haben. Eine Menge Empathie, Dankbarkeit und Tatkraft zeichnet dieses Paar aus – und ich freue mich schon auf das nächste Treffen im wunderschönen Café Imping in Bocholt, um über wunderbare neue Herzensprojekte berichten zu können.

  • Spendenkonto für die Kinderhilfsprojekte der „Tour der Chancen“:
    Empfänger: EDEKA Rhein-Ruhr Zukunftsstiftung
    IBAN: DE79 2009 0700 2637 3320 02
    Bank: EDEKABANK AG Hamburg
  • PayPal-Konto
    zukunftsstiftung@edeka.de

Text: Miriam Lethmate


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